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Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. So vieles schwirrt immer durch meinen Kopf. Womit ich aber anfangen kann, ist, dass ich nicht immer so glücklich bin, wie ich scheine. Natürlich. Wer hätte das erwartet. Aber in letzter Zeit fühl ich mich immer schlechter. Ich bin einfach down und lustlos. Ich freu mich natürlich auf ein Treffen, was nächste Woche habe. Aber mein Umfeld macht mich seelisch einfach immer mehr kaputt. Natürlich ich könnte ausziehen. Aber das möchte ich erst, wenn mein neuer Job gut läuft und ich meinen Fehler vom Anfang des Jahres beglichen hatte. Ich bin in Therapie und selbst sie sagt, wenn ich alleine lebe oder in einer WG ginge es mir um einiges besser. Aber das bringt mir auch nichts.

Nicht nur weil Freundschaften für mich schwer sind. Ich bekomme einfach, ohne es kontrollieren, Angst, wenn jemand die Stimme erhebt oder „rumschnauzt“. Das bemerke ich besonders bei meinen besten Kumpel aus meiner Nähe und seinem Partner. Sein Partner ist grob aber ich will immer, dass alles gut ist. Klar ich bin seelisch kaputt. Das ist mir klar. Aber ich weiß nicht was ich machen soll.

Negative Gefühle schlucke ich auch gern einfach herunter. Hauptsache es scheint mir gut zu gehen und ich kann andere zum Lachen bringen. Ich weiß natürlich nicht ob dir das jetzt hilft oder ob das hier jetzt eher auskotzen ist. Aber ich wollte das wenigstens mit dir teilen. Zusätzlich möchte ich noch sagen: Ja ich fühle mich einsam und ja meine Dysphorie nimmt immer mehr zu und ja ich habe Angst etwas falsch zu machen. Egal bei was, aber besonders bei Freunden. Aber irgendwie muss ich es ja durchstehen. Danke fürs Lesen.

Hallo R.

Du hast recht: Auf dem ersten Blick wirkt es wie banales „auskotzen“, aber wer genau hinschaut, erkennt einen Hilferuf.
Wenn du nicht schon in Therapie wärst, hätte ich dir auf jeden Fall dazu geraten, eine durchzuführen. Aber dieser Rat ist nicht notwendig und ich bin stolz, dass du es selbst erkannt hast.
Ich hoffe, dass der Besuch den du erwähnt hast, dich ein Stück vorangebracht hat und gut ausgegangen ist. Und dass du etwas für dich mitnehmen konntest. Kommen wir zu dem gefährlichsten Punkt, den ich im Umgang mit dir selbst erkenne: Runterschlucken. Ich kenne das aus eigener Erfahrung sehr gut. Man schluckt Wut, Unwohlsein und Ähnliches einfach runter. Doch irgendwann … Ja irgendwann wird es zu viel und man klappt zusammen. Und das ist das Gefährliche. Weil genau in diesem Moment ist man sehr oft allein. Daher wird mein Ratschlag auf dich sehr simpel, wenn nicht sogar schon banal wirken:

REDEN!

Wenn dir etwas Unbehagen, also ein schlechtes Gefühl gibt, sag es. Sprich es aus. Wenn du wütend bist, z.B. wegen einer Person, dann sag es laut (Aber nicht schreien). Nur weil du willst, dass alles gut ist, wird es nicht so sein, bleiben und werden.
„Aber das ist leichter gesagt als…“ – STAWP IT! Es ist leicht. Man hat nur Angst vor den Konsequenzen. Gerade Freunden gegenüber. Aber, und das ist wichtig, wer dich für deine Äußerung meidet, der ist auch kein Freund. Wenn es dir nicht gut geht und jemand will was von dir, ist es ebenfalls ratsam zu sagen „Hey, ich bin gerade nicht gut drauf. Kannst du morgen nochmal Bescheid geben?“, oder sowas. Außer zum Chef. Zum Chef ist man immer lieb … Zumindest wenn er Recht hat. Und Regel Nr. 1 – Der Chef hat (nahezu) immer recht. Wenn nicht, gibt es Anwälte.

Jetzt habe ich den Wuffel von hinten aufgezäumt.
Dass es dir immer schlechter geht, kann tatsächlich die Konsequenz des oben beschriebenen sein. Dadurch, dass du immer alles in dich hinein frisst. Das sorgt zwangsläufig dafür, dass man sich selbst weniger Wert zukommen lässt, was wiederum zu einem schlechten Selbstemfpinden führt. Und so weiter. Ein ewiger Kreislauf.

Hier nun ein paar praktische Ratschläge:

Am Abend schaust du in den Spiegel. Du sagst dir selbst, was dich an dich selbst ankotzt. Wenn es sein muss, brüll dich an. Nur dich.
Wenn dir jemand nicht behagt, sag ihm das und meide ihn.
Wenn ein Freund dich wütend macht, bring Distanz zwischen euch. Und wenn du dich beruhigt hast, rede mit ihm. Schreiben geht auch. Nicht jeder ist für Verbale Kommunikation geschaffen.
Morgens solltest du Aufzählen, wie vielen Menschen du wichtig bist. Nenne sie beim Namen. Nenne auch die Menschen, die für dich gut und wichtig sind. Und du wirst nach kurzer Zeit merken, dass du nicht alleine bist. Auch, wenn es sich manchmal so anfühlen mag.

Ich denke, für den ersten Welpen-Blog, soll das reichen.
Habt alle einen schönen Tag.


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Hinweis: Ich bin kein ausgebildeter Psychologe oder Arzt. Bitte sucht einen Arzt auf, sollte es sich um körperliche oder psychologische Beschwerden handeln.

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One thought on “Gerrys Welpen #1: R. Aus Augsburg – Runterschlucken!

  1. Hey, ich danke für diese Antwort und den guten Rat. Über Probleme reden fällt mir in der Tat sehr aber ich versuche nun mehr darüber zu reden wenn es mir nicht gut geht.
    Mir fällt leider auch nicht ein was ich sonst sagen soll außer danke mit einem dicken Herz. Fühl dich geknuddelt du toller 😛

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